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Auf dieser Seite sind Risikofaktoren und Warnsignale bei akuter Suizidgefährdung aufgelistet.



Risikofaktoren: Psychische Störungen und Sucht

  • Depressionen
  • Bipolare Störungen
  • Schizophrenie
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung bzw. Emotional instabile Persönlichkeitsstörung borderline typ
  • Dissoziative Identitätsstörung bzw. Multiple Persönlichkeit
  • Dissoziative Störung nicht näher bezeichnet
  • Alkohol- Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit

Auffällige Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen

  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Schuleschwänzen
  • Weglaufen
  • Auf Trebe gehen
  • Rückzug
  • Verändertes Verhalten beim Essen
  • Alkohol- Drogen- oder Medikamentenmissbrauch
  • Verwahrlosungstendenzen
  • Gewaltätigkeit
  • Verbale Äußerungen über den Tod und das Sterben
  • Interesse an Philosophie
  • Schriftliche Äußerungen
  • Zeichen bildlicher Art und Symbole wie Kreuze und Gräber

Auffällige Verhaltensweisen bei Erwachsenen

  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Sprechen über den Tod und über Suizidabsichten
  • Alkohol- Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit
  • Ess-Störungen wie Binge-eating, Magersucht oder Bulimie
  • Ein oder mehrere Suizidversuche in der Vergangenheit
  • Rückzug und Isolation
  • Intensives Bemühen, Alleinsein oder Verlassenwerden zu vermeiden

Psychische Veränderungen

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gleichgültigkeit
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Stimmungsschwankungen
  • Hoffnungslosgkeit
  • Verzweiflung

Literatur:
Giernalczyk, Thomas; Lebensmüde, Hilfe bei Suizidgefährdung, 2003, 2. aktualisierte Auflage, dgvt
K&äsler-Heide, Helga; Bitte hört, was ich nicht sage, 2001, Kösel
Linehan, Marsha; Dialektisch Behaviorale Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung, 1996, CIP-Medien
Linehan, Marsha, Trainingsmanual zur Dialektisch Behavioralen Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung, 1996, CIP-Medien
Putnam, Frank W.; Diagnose und Behandlung der Dissoziativen Identitätsstörung, 2003, Junfermann



Suizidgefährdung bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung und der Dissoziativen Identitätsstörung

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung oder auch mit einer Dissoziativen Identitätsstörung haben große Angst verlassen zu werden und können in Verzweiflung geraten, wenn sie tatsächlich verlassen werden.

Bei den Betroffenen beider Störungen ist zu beachten, dass sie meist traumatisiert sind. Durch sexuellen Missbrauch, k&örperliche und seelische Gewalt, Vernachlässigung oder ein invalidierendes Umfeld. Ein besonders hoher Anteil schwer und komplex traumatisierter Menschen ist bei der Dissoziativen Identitätsstärung zu finden, welche deshalb eine Traumafolgestärung darstellt.

Ebeneso kommt es bei einem hohen Anteil Betroffener beider Störungen immer wieder zu selbstverletzendem Verhalten (SVV), was einen Risikofaktor für Suizidgefährung ausmacht, wenngleich, das Selbstverletzende Verhalten selbst oft mehr einen Selbstschutz darstellt, um unertägliche Spannungen kurzfristig zu beenden. Die Selbstverletzungen sind kurzfristig wirksam, langfristig natürlich schädlich. Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung kommt es aus den selben Gründen auch zu anderen impulsiv selbstschädigenden Verhaltensweisen wie Alkohol- oder Substanzmissbrauch, Hochrisikoverhalten, Essanfällen, zu schnellem Fahren, Kaufsucht oder anderem. Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden regelmäßig unter Zuständen für sie unerträglicher innerer Hochspannung, welche das Hauptmerkmal dieser Persönlichkeitsstörung ist. Diese Hochspannung kann meist von den Betroffenen keinem bestimmten Gefü;hl zugeordnet werden.

Darüberhinaus empfinden Borderline-Betroffene auch immer wieder ein Gefühl der Taubheit und inneren Leere (Numbness, dass sie nur schwer oder gegebenenfalls gar nicht aushalten können. In solchen Situationen kann das selbstverletzende Verhalten die Funktion haben, sich wieder spüren zu können. Das selbstverletzende Verhalten (SVV) stellt selbst keine Suizidalität dar.

Sowohl Borderline-Betroffene als auch Menschen mit einer Dissoziativen Identitätsstörung leiden zu einem sehr hohen Anteil unter komorbiden Depressionen. Dabei ist folgendes zu beachten: Bei DIS-Betroffenen ist es in der Regel die 'Primärperson', die unter Depressionen leidet. Diüber die Betroffenen hereinbrechen, was charakterischistisch ist für ihre emotionale Instabilität. Neben den oben als Beispiele genannten impulsiven Verhaltensmustern und selbstverletzendem Verhalten stellen auch bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung Depressionen einen Risikofaktur für Suizidalität dar. Auch bei akuter Suizidalität können die Betroffenen eine hohe innere Anspannung erleben, bei der es zuerst erforderlich ist, Notfallskills zur Stressregulation einzusetzen. Sie stecken so sehr in ihrem Gefühl, dass es ohne geeignete Notfallskills in einer solchen akuten Krisensituation nicht wirklich möglich ist miteinander zu sprechen.

Allgemeine Warnsignale für eine akute Suizidalität

Thomas Bronisch nennt folgende Indikatoren für eine akute Suizidalität:

Personale Faktoren:

  • Der Patient distanziert sich nicht von Suizidalität/Suizidversuch, auch nicht nach einem ausführlichen Gespräch.
  • Der Patient erlebt drängende Suizidgedanken.
  • Der Patient wirkt ausgesprochen hoffnungslos.
  • Der Patient hat keine Zukunftsperspektive
  • Der Patient ist sozial isoliert, hat sich in letzter Zeit zunehmend zurückgezogen.
  • Der Patient hat den Konflikt, der zu Suizidideen/Suizidversuch führte, nicht gelöst.
  • Der Patient reagiert ausgesprochen gereizt/aggressiv oder ist agitiert, ein tragfähiger Gesprächsrapport kommt nicht zustande.
  • Der Patient hat schwere depressive Verstimmung, evtl. mit depressiven Wahnideen

Anamnestische Aspekte

  • Der Patient hat eine Suchterkrankung.
  • Der Patient befindet sich in einer akuten psychotischen Episode
  • Der Patient hat einen oder mehrere Suizidversuche in der Vorgeschichte
  • Der Patient hat ein Suizidarragement getroffen, das eine Auffindung schwierig oder unmöglich macht.
  • Der Patient unternahm einen Suizidversuch mit harter Methode oder hat Suizidgedanken mit harter Methode.
  • Der Patient hat eine positive Familienanamnese mit Suiziden und/oder Suizidversuchen.
  • Der Patient zeigt mangelnde Impulskontrolle, z.B. bei akuter Alkoholintoxikation und im Alkoholentzug.

Literatur:
Bronisch, Thomas; Diagnostik von Suizidalität, in: Psychotherapie der Suizidalität, Hrsg. von Thomas Bronisch, S. 9-15, 2002, Thieme



Als einen besonderen Risikofaktor für Suizidalität nennt Thomas Bronisch eine depressive Verstimmung.

    Von besonderer Wichtigkeit ist das Vorliegen einer depressiven Verstimmung. Nahezu jeder Suizidgefährdete hat eine zumindest leichte depressive Verstimmung. Daher empfiehlt es sich, bei Verdacht auf Suzizidalität zunächst nach den entsprechenden Symptomen wie depressiver Verstimmung, Schlafstörung, Appetit- und Libidostörungen, Konzentrationsstörungen, Apathie, Müdigkeit, Freud- und Lustlosigkeit, Selbstabweertung, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit zu fragen. Hervorzuheben ist auch eine Familienanamnese mit Suiziden und Suizidversuchen, da hierdurch das Risiko des Betroffenen deutlich erhöht ist (Thomas Bronisch, 2002, S. 13).



Literatur
Bronisch, Thomas; Diagnostik von Suizidalität, in: Psychotherapie der Suizidalität, Hrsg. von Thomas Bronisch, S. 9-15, 2002, Thieme
Bohus, Martin; Wolf, Martina; Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten, Manual zur CD-ROM für die therapeutische Arbeit, 2009, Schattauer
Giernalczyk, Thomas; Lebensmüde, Hilfe bei Suizidgefährdung, 2003, 2. aktualisierte Auflage, dgvt
Käsler-Heide, Helga; Bitte hört, was ich nicht sage, 2001, K&ösel
Linehan, Marsha; Dialektisch Behaviorale Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung, 1996, CIP-Medien
Linehan, Marsha, Trainingsmanual zur Dialektisch Behavioralen Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung, 1996, CIP-Medien
Putnam, Frank W.; Diagnose und Behandlung der Dissoziativen Identitätsstörung, 2003, Junfermann

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Zuletzt aktualisiert am 23.02.2020

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