Hier erhälst du Anregungen rund um die Pflege von Gesicht und Körper sowie passende Links und Bücher. Wir beginnen mit einem Märchen, das wir in dem Buch 'Deine Schönheit-Dein Geheimnis' (1959) von Olga Tschechova gefunden haben. Olga Tschechova war eine berühmte aus Rußland stammede Schauspielerin und Kosmetikerin. Wir haben das Buch vor vielen Jahren von unserer Mutter geschenkt bekommen.

Meine Kusine war einmal bei uns zu Besuch. Sie weinte herzzrereißend wegeb ein paar Pustelchen, die sie in ihrem gesicht entdeckt hatte. »Sei nicht traurig!« sagte meine Mama. »Es wird schon wieder gut werden! Ich werde dir ein Märchen erzählen. Wenn du befolgst, was das Märchen sagt, wirst du deines Gesichts wegen nie mehr weinen müssen!« Abends, am Kamin, lauschte ich andächtig , als meine Mama erzählte. Ihre Worte haben bei mir einen solchen Eindruck hinterlassen, daß ich sie mein Leben lang nicht vergaß. Ich verdanke diesem Märchen vielleicht sogar meinen beruf als Kosmetikerin. Es beginnt wie alle Märchen:

Es war einmal ein junges Mädchen, das stand abends vor dem Spiegel. Das Mädchen war ganz verzweifelt ob seiner unschönen Haut und ob der vielen kleinen Fleckchen, die e sim gesicht hatte. »Was soll ich nur tun ?« rief es voll Kummer. »Mit dieser Haut werde ich nie einen Mann finden!«

Plötzlich, das Mädchen wußte nicht, wie ihm geschah, fing die Haut an zu reden.

»Es liegt nicht an mir!« wehrte die Haut sich gegen die Vorwürfe des Mädchens. »Es liegt an dir, daß ich so häßlich aussehe! Du vernachlässigst mich. Zu mir bist du grob, mit dir selber aber hast du Mitleid. Warum drückst und kratzt du immer an mir herum? Warum wunderst du dich dann, wenn ich dir Schmerzen zufüge? Es ist doch selbstverständlich, daß ich meiner Leibgarde, den Hautnerven, den befehl gebe, mich in Schutz zu nehmen. Wie soll ich mich anders gegen deine Angriffe verteidigen? Wann wirst du endlich merken, daß du mich falsch behandelst?« Das Mädchen war so überrascht, daß es kein Wort der Erwiderung fand. »Aber liebe Haut« stammelte es schließlich, »womit kann ich uns denn helfen? Mir und dir?«

»Pfui! Was bist du für ein Egoist , nennst dich zuerst!« empörte sich die Haut. »Schon als du noch ein Kind warst, häätest du merken müssen,d aß ich mich nicht recht wohl bei dir fühle. Nur um eine Viertelstunde länger zu schlafen, hast du mich gehetzt und atemlos zur Schule geschleppt. Jawohl, geschleppt! Du hast mir keinen Tropfen Wasser gegönnt, geschweige mich mit einem Tuch frottiert. Dabei hälst du es für selbstverständlich, eien Tasse, einen Löffel oder einen Teller in einem Wasserbad vom Schmutz zu befreien!«

Die Haut schwieg, sie hatte sich allzusehr ereifert. Das Mädchen wartete demütig, was die Haut ihm sonst noch vorzuwerfen hatte. Die Haut fuhr fort: »Denk nur an gestern! Wie lange waren wir unterwegs in Staub udn Wind! Wir hatten auf deinen Freund gewartet, den dummen Fritz. natürlich kam er wieder zu spät. Und du? Du warst natürlich böse und hast dein Gesicht ständig in Falten gezogen! Weißt du nicht, wie weh mir das tut? Soll ich dafür büßen, daß dein Fritz unpünktlich ist? Und dann nachts, du lieber Himmel! Ohne mich vorher zu reinigen, hast du dich in deinem dummen Liebeskummer ins Bett gelegt und mir mit Tränen Schmutz udn Staub weggewaschen. Ich hatte kein Mitleid mit dir. Mitnichten. ich habe mich sogar gefreut, denn dein Schluchzen machte mich wenigstens ein bißchen sauber. Ich konnte wieder ein wenig Luft schöpfen!«

Mit diesen Worten bewies die Haut unserem Mädchen, daß sie wesentlich reifer war als ihre Trägerin, obgleich sie beide gleich alt waren. »Wir sind doch seit usnerer Geburt auf Gedeih udn verderb miteinander verbunden. Ich muß deinen Körper vor allen äußeren schädlichen Einflüssen schützen. Ich nehme das alles gerne auf mich. Aber was tust du zu meinem Schutz? ist es denn so schwer, mich von Staub und Schmutz zu befreien? Wenn du nichts für mich tust, dann muß ich meine besten Freunde, die kleinen Fettdrüsen, um Hilfe anflehen. Denn sie erhalten mich jung und elastisch, sie meinen es gut mit mir. Sie dringen durch die Poren nach außen udn stoßen alle Unsauberkeiten ab. Du brauchst mich nur abzureiben udn schon strahle ich. Aber auchd azu bist du zu bequem. Wenn ich dich nicht mehr atmen lasse, mußt du sterben. Aber du hörst nie auf meine Proteste, und so werde ich immer müder und müder, und meine Freunde, die Fettdrüsen, faul und fauler. ich fange an zu kränkeln!«

Ertschöpft machte die Haut eine Pause. Das Mädchen versuchte sich zu rechtfertigen: »Aber, liebe Haut, du vergißt, wie oft ich dich mit Bürste und Seife bearbeitet habe, besonders, ehe es zum Tanzen ging!«

»Das stimmt!« gab die Haut zu. »Du hast auch meine Freude darüber gespürt. meien Farbe wurde viel frischer. Aber ich habe dabei auch unsagbar gelitten. Deine Bürste war zu hart, deine Seife viel zu scharf. Sicher hättest du am liebsten ganz billiges Schweuerpulver verwendet! Und wie grob du mich gerieben hast! Wahrlich, wie ein gekochter Krebs sah ich aus. Aber das Schlimmste ist, daß du mich hast hungern lassen! Wie sehnte ich mich nach ein wenig Fett! Du sitzt jeden Tag vor einer vollen Schüssel, aber an mich denkst du dabei nicht. Wie gut würd emir ein wenig Öl tun,d er Saft der Pflanzen!-Schön, zu essen hast du mir nichts gegeben! Das Pudern aber, das hast du nicht vergessen! Ich bin fast erstickt unter der dicken Schicht! Wenn ich daran wirklich gestorben wäre, hätte mir das einmal einen schönen Tod beschert. Diese schreckliche Farbe von deinem Puder! Warum wählst du nicht die Farbe meiner Haut? Es stimmt mich ganz wehmütig,w enn jemand mit dem Finger auf mich zeigt und sagt:'Sieh' nur, wie fleckig die ist!' Wenn du nur wüßtest, wie gut ich es mit dir meine! Wie traurig werde ich, wenn ich an unsere späteren Jahre denke!«

Verlegen blickte das Mädchen auf seine makellos sauberen Hände, denn es hatte heute schon Wäsche gewaschen. Das war ein grund für die Haut, ihre Vowürfe fortzusetzen: »Und wie behandelst dud eine Hände, die so fleißeig sind und alle Arbeit für dich tun! Wie rauh sie sind! Dabei brauchst du mir nur ein klein wenig Fett nachzuliefern für das, was mir entzogen wurde. Dann könntest du jede Arbeit verrichten. Du weißt doch, daß ich an den Händen, um die Augen und am Hals am schnellsten verwelke!? Warum wohl? Weil ich da am allerschlechtesten behandelt werde! Und denke auch mal an deine Füße. Wie stiefmütterlich behandelst du sie, obwohl sie den ganzen Tag deinen Körper tragen müssen. Eine Hitze herrscht tagsüber ind em engen Lederpanzer, nicht auszuhalten! Was glaubst du, wie ich als Hülle deiner armen Füße jeden Morgen, mindestens aber jeden Abend danach lechze, mit kaltem oder lauwarmen Wasserabgewaschen zu werden. Aber du tust es einfach nicht. Am Morgen steckst du deine Füße wieder in die staubigen Strümpfe. Dabei würden es dir auch die Strümpfe mit einem längeren leben danken, wenn sie am Abend ein kurzes Bad nehmen könnten. Wolltest du das alles doch befolgen! Wie gesund würdest du deine Füße und wie frisch dein Gemüt erhalten. Und was könnte uns da ein Fritz noch für Sorgen machen! Aber wer nicht hören will, muß fühlen! Preistänzerin könntest du werden, wenn du für deine Füße und Nägel zusätzlich etwas Fett opfern würdest! Bürste deinen Körper täglich trocken ab. Nur mit einer Borstenbürste, bitte, auch wenn sich die Schweine vielleicht darüber nicht freuen werden. Wir müssen an uns denken! Ich werde dir meine Dankbarkeit erweisen, indem ich deinen Lungen die Arbeit erleichtere und dir ein frisches Aussehen verleihe. Ich weiß, daß du schon sehnsüchtig auf den Sommer wartest. Ja, ich freue mich auch darauf. Denn die luftigen Kleider lassen mich besser atmen. Aber ich fürchte mich jetzt schon vor den stundenlangen Sonnenbädern, die du über mich ergehen läßt. Untätig liegst du dann auf dem Balkon oder am Strand, udn bald sehe ich aus wie ein Gänsebraten. Nichts gegen Gänsebraten! Aber ich soll doch nicht gut schmecken, ich soll schön sein. Ist dir noch nie aufgefallen, daß eine Frau älter aussieht, wenn ihre Haut unnatürlich braun ist? Nein!? Die von dir so bewunderten schönen Frauen legen sich nie stundenlang an die Sonne. Große Sonnenschirme und Hüte sind ihre Beschützer. Und wie macht es der Reiskuli? Er trägt einen großen Strohhut, um sich und seine Haut zu schützen. Zuviel Sonne ist weder dir noch mir, ja nicht einmal deinen Nerven zuträglich. Vielleicht war dein Freund im vergangenen Sommer gar nicht so dumm, als er nach einem Streit zwischen euch sagte:'Du hast ja einen Sonnenstich!' Nun, ich möchte nicht persönlich werden! Aber wenn du das alles befolgst, was ich dir sage, wirst du mit mir keine Sorgen mehr haben. Du wirst dich nicht mehr grämen müssen und immer gut aussehen!«

...diese Geschichte, die meine Mutter uns Kindern erzählt hat, war mir eine Lehre fürs ganze Leben.





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Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 23.02.2008

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