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Bei dieser Übung geht es darum, wie du im Gespräch mit anderen Menschen effektiv deine Ziele verfolgen kannst. Zum Einstieg möchten wir dir 'die Geschichte vom kleinen und' erzählen, die Franz Führmann (1922-1984) geschrieben hat.
Die Geschichte vom kleinen und
Franz Führmann (1922-1984)
Es war einmal ein langer, langer Satz, darin kamen schrecklich viele „unds“
vor, und weil der Satz so lang war, konnten die Wörter gar nicht richtig
aufeinander aufpassen und so lief ein und aus dem Satz heraus und legte sich
in die Sonne und ließ sich bescheinen. In dem Satz nämlich stand es zwischen
lauter finsteren Worten, drum hatte es Sehnsucht nach der Sonne, aber als es
so dalag, schlief es ein, und als es wieder aufwachte, war der Satz längst
weitergegangen, und das arme kleine und stand mutterseelenallein in der Welt
Allein, das war noch schlimmer als zwischen Dunkel und Finsternis.
Das kleine und begann zu weinen. „Was fang ich ganz allein auf der Welt an,
ich kleines und!“, schluchzte es traurig.
Da kam ein einsames großes H auf seinen zwei Beinen einhergestelzt.
„Ich bin auch so allein wie du“, sagte das große H, „komm, gehn wir
zusammen!“
„Nein, ich will nicht“, sagte das kleine und, „da müssen ich ja immerzu
bellen.“
„Na dann eben nicht“, sagt das große H und wollte um die nächste Ecke biegen
aber die Ecke hielt es fest. „Bleib bei mir“, sagte die Ecke und das große
H blieb.
Das kleine und ruhte sich im Schatten der neu entstandenen Hecke aus. Ein
Weilchen lag es besänftigt im Blätterrauschen, dann begannen wieder die
Tränen zu rinnen.
„Ich bin so schrecklich allein“, schluchzte es.
Da kam ein großes M auf seinen Beinen dahergewackelt.
„Ich bin auch allein wie du“, sagte das große M, „komm gehn wir zusammen!“
„Ich will nicht“, sagte das kleine und, „da müsste ich ja immerzu quatschen
“
„Na dann eben nicht“, sagte das M und wollte durch das Eck der Hecke, doch
die verleibte es sich ein und da wurde das schönste Heckmeck draus. Da musst
das kleine und lachen, und solange es lachte, war es auch fröhlich. Doch als
es zu lachen aufhörte, war es wieder traurig und es mochte das Heckmeck gar
nicht leiden.
Es lief davon. „Ich bin so allein, so allein, so allein!“, schluchzte es den
Weg entlang.
Da kam ein klitzekleines r auf seinem Einbein dahergesprungen. „Ich bin auch
so allein wie du, kleines und“, sagte das kleine r, „komm, gehn wir
zusammen!“
„Nein“, sagte das kleine und, da würde ich ja fortrollen, das passiert mir
nicht.“
„Na dann nicht“, sagte das kleine r und sprang auf seinem Einbein dem
kleinen und den Weg voran.
Da hielt es die nächste Ecke fest. „Bleib bei mir, kleines r, und stell dich
an meine Spitze“, sagte die Ecke, „dann bist du nicht mehr allein und wirst
auch groß und stattlich werden.
„Das will ich!“, sagte das kleine r stolz, und da wurde es ein großes R und
zog auf den zwei Füßen, die es nun hatte, mit der Ecke als Recke in die Welt
um Heldentaten zu vollbringen.
Und das kleine und war noch immer allein.
Es schluchzte und schluchzte.
Wer kam da die Straße herunter? Links ein Mann, rechts eine Maus, die waren
auf dem Weg zum nächsten Hafen.
„Komm mit uns, kleines und“, piepste die Maus, „wir nehmen dich ja in unsre
Mitte und fahren über den Ozean!“
„Ich will nicht“, sagte das kleine und, „davon geht doch das arme Schiff mit
uns unter.“
„Dann eben nicht“ sagte der Mann und die beiden verschwanden.
„Ich bin so allein“, heulte das kleine und.
Und wer kam da die Straße herunter?
Links der kleine Herr Kurz, rechts der kurze Herr Klein, die gingen in einen
Möbelladen.
„Komm mit uns, kleines und“, sagte der kleine Herr Kurz, „wir nehmen dich in
unsre Mitte!“
„Ich will nicht“ sagte das kleine und, „wenn wir dann wütend wären, würden
wir die ganze Welt zusammenschlagen.“
„Na dann eben nicht“, sagte der kurze Herr Klein und sie gingen weiter.
Doch wer kam jetzt den Weg herunter? Links Frau Faul, rechts Herr Gefräßig.
Frau Faul wollte den Mund aufmachen, das kleine und einzuladen, war aber
viel zu faul dazu, und Herr Gefräßig machte den Mund nur auf, um das kleine
und mit Vokal und Konsonanten zu verschlingen.
„Nein mit euch beiden gehe ich nie!“, rief das kleine und und lief schnell
davon.
Frau Faul war viel zu faul, ihm nachzulaufen, und Herr Gefräßig war dazu
viel zu dick. So konnte das kleine und dem Verderben entrinnen. „Ach, wer
soll kommen, mir endlich zu helfen?“, schluchzte es.
Da kam auch schon das Wer daher. „Du hast mich gerufen, also muss ich
kommen“ sagte das Wer, „wir wollen miteinander gehen!“
„O ja, liebes Wer!“, rief das kleine und, „aus uns beiden wird wirklich
etwas Schönes!“ Und da schloss das große Wer und das kleine und in seine
Arme und da wurde ein Wunder aus den beiden, und wenn zwei sich umarmen, die
sich mögen, wird das immer wieder ein Wunder sein.
Das ist die Geschichte vom kleinen und.
Quelle: www.unicum.de/community/foren/upload/archive/index.php/t-14044.html"
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Nun, was hast das mit deinen Problemen zu tun? Sind andere Menschen genervt, wenn du etwas erzählst? Fragen andere Menschen öfters nach, weil sie dich nicht verstehen oder nicht sicher sind, ob sie dich verstanden haben? Fällt es dir oft schwer, dich einfach, in kurzen Worten mitzuteilen? Verlierst du schnell den Roten Faden beim sprechen und du landest ganz woanders? Sagt dein behandelnder Arzt oder deine Ärztin, daß du eine vage oder umständliche Sprechweise hast? Wenn das zutrifft, dann ist die Übung genau richtig für dich!
Wenn du dir Strategien wünscht, dich mit weniger Worten effektiv mitzutelen, dann versuche es hiermit:
Tips für ein Gespräch
Bevor du beginnst zu sprechen, überlege dir genau, was du sagen willst. Wenn du dabei präzise sein möchtest, was an sich eine Stärke ist, dann überlege, wie du dabei möglichst wenige Worte gebrauchen kannst. Sicher ist es nicht immer möglich, etwas mit wenigen Worten zu sagen. Aber überlege dir, wie du mit möglichst wenigen Worten sagen kannst was du mitteilen möchtest.
Mann kann dich besser verstehen, wenn du versuchst, nicht zu lange Sätze zu bilden.
Beschreibe die Situation und sage genau, was du möchtest oder was du denkst.
Formuliere genau, wie du dich fühlst.
Wenn du dich ärgerst, dann sage, daß du dich ärgerst und sage mit wenigen Worten, was dich genau ärgert. Sprich dein Gegenüber persönlich an, sage nicht "man", sondern "ich" bzw. "mich" bzw. "du". Dein Gegenüber wird deinen Ärger eher akzeptieren, wenn du dabei eine "Ich-Botschaft" sendest, indem du den Satz mit "ich" beginnst. Bei einer "Du-Botschaft" wird sich dein Gesprächspartner eher angegriffen fühlen.
Wenn du dich freust, dann sage, daß du dich freust und zeige, daß du dich freust.
Wenn du traurig bist, dann sage, daß du traurig bist.
Wenn du um etwas bitten möchtest, sage klar und freundlich, was du möchtest. Rede nicht "drumherum". Erkläre ruhig und freundlich, für was du das Erbetene benötigst oder wofür du Hilfe brauchst. Bedanke dich dann freundlich.
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Einige der Ratschläge hat uns vor vielen Jahren eine Sozialpädagogin der Einrichtung gegeben, die wir aufsuchen. An dieser Stelle geht unser Dank an Helga Schüren.
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