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Sexuelle Gewalt und besonders sexueller Mißbrauch in der Kindheit führen zu u.U. erheblichen Beeinträchtigungen in der eigenen Sexualität.
Dieser, doch an sich wichtige Lebensbereich wird in Büchern zu sexuellem Mißbrauch und Traumatisierung, aber besonders auch zu Traumafolgen leider oft übergangen bzw. hintenangestellt oder einseitig und mitunter wertend dargestellt und behandelt. Auch in der Therapie kann sich dies abzeichnen. Allerdings ist ohnehin in bezug auf psychisch kranke Menschen teilweise eine Tendenz zu Ignoranz zu deren sexuellen Bedürfnissen zu bemerken. Das fällt u.E. schon daran auf, daß dies zumindest im deutschsprachigen Bereich des Internets kaum ein Thema zu sein scheint.
Und nicht nur, daß erlebte sexuelle Gewalt ohnehin schon oft zu massiven Schuld- und Schamgefühlen führen kann, auch ein gleichzeitig erlebter, nicht selten von Entwertung und emotionaler Vernachlässigung geprägter Erziehungsstil tut das seine.
In mehreren Büchern zur Borderline- Persönlichkeitsstörung, die ja leider für so manche Fachleute die Traumafolge schlechthin ist, obwohl es ja auch noch verschiedene andere gibt, finden sich die unglaublichsten Verallgemeinerungen betreffend der Sexualität von Menschen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, die verschiedene Bewältigungsformen und Beeinträchtigungen der individuellen sexuellen Entwicklung in zuweilen respektloser und kränkender Form darstellen und gewissermaßen in verzerrter Weise bloßstellen.
Uns ist es immer wieder ein Ärgernis so etwas zu lesen. Wie unpassend solche Verallgmeinerungen sind, kann man besonders deutlich an multiplen Persönlichkeiten sehen, da innerhalb eines Systems ganz unterschiedliche und eigene sexuelle Entwicklungen stattfinden- oder teilweise eben nicht. Während aber erwachsene Innenpersonen vielleicht ein aufgezwungenes Muster weiterleben, aber auch das sollte keinesfalls verallgemeinert werden, haben sich kindliche Innenpersonen vielleicht auch geweigert auf die von ihnen erwartete Weise reifer zu werden. Hier bestehen dann also Entwicklungsrückstände und verschiedene Entwicklungen nebeneinander. Wir können uns wollen nicht darin übereinstimmen, daß grundsätzlich generell ausschließlich eine Unterbrechung der Entwicklung vorhanden ist, sondern auch eben verschiedenes nebeneinander- und vor allem nicht integriert nebeneinander. Das erscheint uns in diesem Zusammenhang als besonders wesentlich.
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