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Zur Schizotypischen Persönlichkeitsstörung gibt es gemessen an der weitaus bekannteren Borderline-Persönlichkeitsstörung weitaus weniger zu lesen. Vieles konzentriert sich auf die Nähe zur Schizophrenie, das Verhalten und äußere Erscheinungsbild und auf magisches Denken.
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Über die Schizotypische Persönlichkeitsstörung, im folgenden auch Schizotypie genannt, gibt es jedoch sicher wesentlich mehr zu sagen. In diesem Bereich soll es um diese Störung gehen und um die Menschen, die unter ihr leiden. Wohl nur sehr wenige Menschen in der Allgemeinbevölkerung wissen um diese schwere Persönlichkeitsstörung, die von der Weltgesundheitsorganisation Schizotype Störung genannt und in die Nähe zur Schizophrenie gerückt wird.
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Die Kriterien der Schizotypischen Persönlichkeitsstörung lassen wenig positives vermuten über die Menschen, die unter ihr leiden. Als selbst Betroffene möchten wir hier ein realistisches und wohlwollendes Bild vermitteln, das das sehr schwierige Leben der Betroffenen anschaulich beschreibt. Nicht wenige, wenn auch nicht so viele wie Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung sind anhaltend und schwer traumatisiert durch sexuellen Mißbrauch, Mißhandlung oder Vernachlässigung.
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Menschen, die eine schizotypische Persönlichkeitsstörung haben, sind besonders empfindsam, ängstlich in bezug auf Kontakte und Nähe zu anderen Menschen, sehr einsam, oft sehr kreativ, oft spirituell interessiert oder auch begabt, tiefgründig und oft, durchaus ungewollt sozial isoliert, neigen aber auch zu aktivem Rückzug. Schon früh in der Kindheit spürten und lernten sie nicht selten durch offene Ablehnung durch andere Kinder, daß sie 'anders' sind, nicht dazugehören. Möglicherweise traumatische Erfahrungen in ihrer Familie in Form von extremer Vernachlässigung, Isolation gegenüber Menschen außerhalb der Familie, sexuellem Mißbrauch oder körperlicher Mißhandlung konnten zu der Isolation wesentlich beitragen und diese verschlimmern.
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Monika Kreusel, gemalt im Mai 1996
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So blieben ihnen recht wenig Möglichkeiten, notwendige soziale Kompetenzen zu erlernen und im Kontakt mit anderen Menschen zu üben. Dies wiederum verstärkte ihre zunehmende soziale Angst, ihren Rückzug und umsomehr ihr 'Anderssein'.
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An der Tagesordnung der Betroffenen können stundenlanges Fernsehen, Musikhören, Lesen oder auch die Beschäftigung mit dem Computer stehen. Auf der einen Seite sehnen sie sich nach, wennauch eher wenigen engen Beziehungen, auf der anderen Seite erleben sie sich als die geborenen und von anderen Menschen abgelehnten Außenseiter. Zusätzlich problematisch hierbei sind zu einen die enorme Reizoffenheit, die es ihnen äußerst schwer bis unmöglich macht, sich in große Menschenmengen zu begeben oder an Orte, an denen gewöhnlich ein höherer Lautstärkepegel herrscht. Ihr trockener Humor, den nicht wenige haben, ist weit entfernt von oberflächlichem und spöttischem Bierthekengeplänkel. Das ist ihnen meist zu laut und sie haben wenig Sinn dafür. Ihre soziale Angst wird im Kontakt eher größer als daß sie nachläßt. Das alles sind wenig günstige Voraussetzungen um andere Menschen kennenzulernen oder mit ihnen 'einfach wegzugehen' und somit Beziehungen oder lockere Kontakte aufrecht zu erhalten. Innnerhalb enger Beziehungen jedoch können sie sich als sehr treue Seelen erweisen.
Bei ihren Mitmenschen, auch innerhalb der eigenen Familie, stoßen die Betroffenen auch als Erwachsene nicht selten auf völliges Unverständnis. Um dem entgegenzuwirken, bieten wir hier als selbst Btroffene, diese Informationen über die Schizotypische Persönlichkeitsstörung an.
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