Douglas Parfümerie




Die auf unserer Homepage beschriebenen Traumafolgen beziehen sich besonders auch auf sexuellen Mißbrauch und emotionale Vernachlässigung oder auch körperliche Mißhandlung. Aber die meisten Menschen, die in ihrer Kindheit z.B. anhaltenden sexuellen Mißbrauch erlebt haben, haben unabhängig von bestimmten psychischen Störungen, die sich entwickeln können Gemeinsamkeiten, die direkt auf den Mißbrauch und mit diesem zusammenhängenden Beziehungsdynamiken zurückzuführen sind.

Die entsprechenden möglichen Symptome und Schwierigkeiten werden gerne automatisch mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung in Verbindung gebracht und dieser zugeordnet. Aber auch andere Menschen mit vergleichbaren Erfahrungen, die nicht unter Borderline Persönlichkeitsstörung leiden haben oft mit diesen gemeinsam ganz charakteristische Schwierigkeiten, unabhängig davon, welche anderen Störungen sie vielleicht entwickelt haben.

Bald werden hier auch Informationen zur Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (Judith Lewis Hermann, 1992) zu finden sein, die sich aber an sich auch auf andere Ausdrucksformen der Traumatisierung bezieht. Sie sieht diese noch nicht klassifizierte Kategorie als einen möglichen Ersatz des bisherigen Borderline-Konzeptes, wobei die BPS dann eine mögliche Variante wäre. Wir sind allerdings der Meinung, daß es wenig Sinn macht, die Diagnose der Borderline-Persönlichkeitsstörung einfach zu streichen, sondern ggf. zusätzlich zu nennen. Allerdings sind auch wir der Ansicht, daß es einer dringenden Überarbeitung des bisherigen Borderline-Konzeptes hinsichtlich der häufigen anhaltenden Traumatisierung bedarf.

Wir denken auch, daß auch andere Menschen, die in ihrer Kindheit z.B extrem oder auch anhaltend traumatisiert wurden und als Erwachsene möglicherweise unter einer schizophrenen Erkrankung leiden, was ja als solche keine Traumafolge ist, aber hinsichtlich ihrer Ursache im individuellen Einzelfall sehr wohl auch mit auf sexuellen Mißbrauch zurückzuführen sein kann unter Symptomen leiden können, die einer Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung entsprechen. Ein gleiches gilt unserer Ansicht nach auch für die Schizotypie, die ja wesentlich ein genetisches Spektrum der Schizophrenie darstellt und für diejenigen, die schizotype Eigenarten aufweisen ohne, daß dies von Krankheitswert wäre. Dabei sollte auch nicht vegessen werden, daß Letztgenannte ja je nach Symptomaspekt(Peter Fiedler,2001) auch einen Anteil (30-70 %) derer darstellen, die eine Dissoziative Identitätsstörung haben und multiple Persönlichkeiten sind. Dieses ergibt sich im Rahmen der Komorbidität zur Dissoziativen Identitätsstörung und aus den bei den Betroffenen vorangegangenen Diagnosen, wenngleich hierbei zu beachten ist, daß multiple Persönlichkeiten meistens keine formalen Denkstörungen und paranoiden Vorstellungen aufweisen (Peter Fiedler,2001), jedoch ist beides nach den ICD 10-Kriterien der Schizotypen Störung nicht zwingend erforderlich. Ein Teil der mit der Schizotypie verbundenen Einschränkungen finden sich übrigens ebenso in den Kriterien der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörungen wieder. Diese wollen wir hier in Kürze genauer darstellen.

Eine Fragestellung, der wir auf einer gesonderten Unterseite nachgehen wollen sind mögliche körperliche Folgeschäden des sexullen Mißbrauchs oder von körperlichen Mißhandlungen. Durch besonders frühen oder schweren sexuellen Mißbrauch kann es zu gravierenden und u.U. lebensgefährlichen körperlichen Verletzungen kommen, was eine möglicherweise sofortige Operation erforderlich machen kann. Auch dies wiederum kann dann durch eine akute Lebensgefahr z.B. durch erheblichen Blutverlust traumatisierend wirken, ebenso die damit verbundenen körperlichen Schmerzen. Es würde uns freuen, wenn sich ein Chirurg oder eine Chirurgin fände, die etwas dazu schreiben möchte. Dabei bringt es wenig zu sagen, was ein Baby erlebt, kann nicht traumatisierend wirken. Dergleichen wurde uns schon in Zusammenhang mit Genitalverstümmelung vorgehalten. Das ist Unsinn ! Daß ein Erlebnis so früh war, daß es nicht bewußt erinnerbar ist, bedeutet keinesfalls, daß es nicht traumatisierend wirkt. Man denke dabei auch an den Körper, er vergißt nichts ! Und es kann durch entsprechende Operationsnarben oder andere Narben infolge des sexuellen Mißbrauchs oder durch gleichzeitige körperliche Mißhandlung später zum Beispiel bei gynäkologischen Untersuchungen zu einer völlig unvorbereiteten Konfrontation kommen. Oder die Narben fallen auf (z.B. in einer sich entwickelnden Beziehung) und rufen durch häufige oder immer wiederkehrende Fragen, Beschämung und Unsichereheit hervor. Und eigene Fragen. Zweifel, die nicht enden wollen. Es gibt leider auch Gynäkologen, die beim Anblick solcher Narben aggressiv oder anders unpassend reagieren. Im Fall einer möglichen Schwangerschaft kann aber gerade hier ein klares und ruhiges Gespräch nötig sein.







Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 06.02.2007

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