Nach der NIMH-Studie von Frank W. Putnam leiden 53 % aller Multiplen unter Depersonalisation (Putnam,2003, S.84). Die Depersonalisation kann auch im Rahmen anderer, komorbider Störungen auftreten, die neben der Dissoziativen Identitätsstörung bestehen können.

Diese sind beispielsweise:

  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Schizotype Störung
  • verschiedene psychosomatische Störungen, wie z.B. Anorexie u. Bulimie (Neun u. Dümpelmann, 2000, S. 45)

Die Depersonalisation kann zu Angst und Panik führen (Fiedler, 2001, S. 264) und das Gefühl bewirken, ihr hoffnungslos ausgeliefert zu sein (Fiedler, 2001, S. 264).Sie kann begleitet sein von Dysphorie, Erschöpfung und Apathie als Folge (Fiedler, 2002, S.6). Es kann zu hypochondrischen Befürchtungen, ernsthaft krank zu sein kommen (Fiedler, 2002, S. 264). Ebesno zu Zwangsgedanken, um die Unwirklichkeitsgefühle zu ignorieren oder zu unterdrücken (Fiedler, 2002, S.7)

Die Depersonalisation ist eine Form der Dissoziation und tritt seltener allein unabhängig von anderen Störungen auf. Sie ist eine Veränderung des Selbsterlebens, eine Veränderung des Gefühls von Wirklichkeit, Gegenwärtigkeit und Lebhaftigkeit (Neun u. Dümpelmann, 2000, S. 38). Beispielsweise kann der Körper in der Form verändert erlebt werden (Neun u. Dümpelmann, 2000, S. 39).

Es kann in folgender Weise zu sehr unangenehmen Veränderungen des Erlebens kommen, bei denen die Realitätskontrolle intakt bleibt:

  • Fremdheitsgefühl
  • nicht "richtig da sein"
  • Losgelöstsein vom Körper oder der Umgebung
  • nicht "im Körper sein"
  • sich automatenhaft erleben
  • Gefühl, daß Bewegungen und Verhalten nicht die eigenen sind (WHO, 1997, S.194)
  • Gefühl des Unwirklichseins
  • Gefühl der Leere (Neun u. Dümpelmann, 2000, S.40)
  • Gefühl der Spannung, die sehr unangenehm ist, jener von der Menschen mit Selbstverletzendem Verhalten berichten, die durch das SVV unterbrochen wird
  • es kann auch zu Derealisierung kommen, einer veränderten Wahrnehmung der Umgebung
  • das Gefühl, neben sich zu stehen
  • das Gefühl, verrückt zu werden bzw. zu sein

Die Depersonalisation kann in ihrer Intensität schwanken (Fiedler, 2001, S. 277). Sie tritt eher selten akut während einer Aktivität auf, sondern erst später nach einer Belastung. gerade bei traumabedingten dissoziativen Störungen wird deshalb von Entspannung und Meditation als kontraindiziert abgeraten. Beides kann, so Peter Fiedler auch zu Wiedereinnerung traumatischer Erfahrungen führen. Ebenso von Bedeutung sind der Konsum von Alkohol, Nikotin und die Einnahme von Benzodiazepinen. Dies wirkt sich unvorteilhaft aus und kann die Sensibilität für dissoziative Störungen erhöhen (Fiedler, 2002, S. 64).

Empfehlenswert scheinen dagegen eher Methoden zu sein, die zwar einerseits Abstand von der vorherigen Belastung einbringen, gleichzeitig aber auch eine gewisse Aktivität beinhalten, wie z.B.- spazieren gehen oder Sport. Desweiteren werden von Peter Fiedler genannt als Mittel, Depersonalisation zu unterbrechen:

  • laute Geräusche
  • stechende Gerüche (z.B. Amoniak)
  • rasche Augenbewegungen
  • Kältereize (Eisbeutel)
  • Chili (scharfer Geschmack)

Mit den Maßnahmen gegen die Depersonalisation kann auch ggf. Selbstverletzendem Verhalten entgegengewirkt werden, das sonst möglicherweise eingesetzt würde, um die sehr unangenehme Depersonalisation zu unterbrechen .Es ist somit empfehlenswert, sich vielleicht für beides eine persönliche Notfallliste zu erstellen und sich mit anderen Betroffenen über weitere Möglichkeiten auszutauschen sowie sich über die Depersonalisation zu informieren. Das kann vielleicht zumindest teilweise entlastend sein, was die Angst betrifft "verrückt zu werden".

Literatur

  • Fiedler, Peter; Dissoziative Störungen und Konversion, 2001, 2. Auflage, Beltz
  • Fiedler,Peter; Dissoziative Störungen,2002, Hogrefe
  • Neun H. u. Dümpelmann, M; Depersonalisation, In: Der Eeigene Körper als Objekt, 2000, 2. Auflage, Psychosozial-Verlag
  • Putnam, Frank W.;Disgnose und Behandlung der Dissoziativen Identitätsstörung, 2003,Junfermann
  • WHO,Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 1997, 2.Auflage, Verlag Hans Huber

Intenetadressen

  • http://www.moira.de/outside
  • http://members.aon.at/hans.morschitzky
  • http://mitglied.lycos.de/depersonalisation



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Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 31.10.2005

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