|
In der Selbsthilfe-Zeitung GRENTPOSTen von und für Borderliner können sich Betroffene zu verschiedenen Themen rund um ihre Persönlichkeitsstörung informieren.
Tina Schenkel, die Autorin des Buchs 'Inmitten vom Nirgendwo' gründete im Dezember 2004 die Borderline-Selbsthilfe-Zeitung, an der mit ihr 4 Redaktionsmitglieder aus Deutschland und Österreich mitarbeiten.
Tina lebt und studiert in Rostock Anglistik, Sport und Deutsch als Fremdsprache auf Lehramt.
Sie ist die 1. Vorsitzende, Herausgeberin, Chefredakteurin und leistet Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem ist sie zuständig für Sponsoring, Finanzen, das Korrekturlesen sowie für den Leitartikel.
In ihrer Freizeit liest oder schläft sie gerne. Sich engagieren und arbeiten zählt sie zu ihren Hobbies.
Tina selbst zu der Idee, eine Borderline-Selbsthilfe-Zeitung herauszubringen: "Aus einer kleinen Idee heraus entstand das Projekt GRENZPOSTen. Und manchmal wache ich heute auf, und frage mich, ob das wirklich alles wahr ist, was wir erreicht haben. Wir sind ein Spitzenteam, und ich bin stolz auf jeden einzelnen von euch."*
Kristin lebt in Berlin, studiert Erziehungswissenschaften und ist 24 Jahre alt.
Ihr Lebensmotto lautet "Jeder Tag ist ein neuer Anfang!". Neben lachen, mit lieben Menschen Spaß haben und Zeit verbringen sind ihre Hobbys Psychologie, Musik hören, zeichnen und Fußball.
Kristin ist 2. Vorsitzende, Redakteurin und zuständig für Sponsoring und Öffcentlichkeitsarbeit.
Kristin zu ihrer Arbeit in der Rekation: "Es ist schön zu beobachten, wie aus einer kleinen Idee mit viel Liebe, gegenseitigem Zusammenhalt, Einsatz, Spaß und Motivation so etwas wundervolles werden kann. Ich bin stolz ein Teil dieser Arbeit zu sein."*
Tommy ist der dritte im Bunde und lebt in Wien, wo er Marketing & Sales studiert. Er ist 32 Jahre alt und in seiner Freizeit begeisterter Taucher.
Er ist 3. Vorsitzender, Redakteur und zuständig für Design, Layout und Öffentlichkeitsarbeit in Österreich und der Schweiz.
Tommy zu seiner Arbeit in der Redaktion: "Ich freue mich riesig bei diesem tollen Projekt mitmachen zu dürfen und ein Teil dieses großartigen Teams sein zu können! Man kann viel erreichen, auch mit Borderline und das Leben ist nicht immer nur schwarz und weiss."*
Franziska ist 23 Jahre alt und lebt in München, studiert dort Germanistik und Psychologie.
Ihr Lebensmotto lautet: Immer, wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her...
In ihrer Freizeit singt Franziska gerne. In der Redaktion ist sie Ehrenvorsitzende und als Redaktuerin zuständig für die Gedichte-Ecke sowie für Kreatives.
Zu ihrem Leben mit einer Borderline-Störung sagt sie: "Man kann trotz einer psychischen Erkrankung für seine Ziele arbeiten und kämpfen, und auch wenn es schlechte Tage gibt, sollte man niemals aufgeben!!!"*
Alle Mitarbeiter der Rdaktion haben eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, schreiben so von und für Borderliner.
Die Ausgaben hatten bisher folgende Themenschwerpunkte:
Ausgabe 1 (Dezember 2004)
Borderline und der Sinn des Lebens
weitere Themen:
- Borderline und Kunst: Vorstellung von Kristin Wölke
- Therapietagebuch
- Klinikaufzeichnungen
- Interview mit den Betreiberinnen der Borderline-Community
- My Story: Selbstverletzendes Verhalten
|
Ausgabe 2 (März 2005)
Borderline und Abgrenzung
weitere Themen:
- der GRENZPOSTen auf Erfolgskurs
- die Kunst des Nein-Sagens
- das Konzept der DBT und deren praktische Anwendung
- Klinikvorstellung: Station P6 Rostock-Gehlsdorf
- Angehörigenecke
|
Ausagbe 3 (August 2005)
Borderline und Sucht
weitere Themen:
- Extrabeilage Therapeuten- und Klinikverzeichnis
- Interview mit Christiane Tilly und Anja Link
- DBT-Netzwerktreffen in Berlin
- Wenn aus Liebe Abhängigkeit wird
- ANAD pathways
|
Ausgabe 4 (Januar 2006)
Borderline und Vorurteile
weitere Themen:
- Wir sind ein Verein!
- Borderline-Trialog in Ansbach
- Interview mit Corinna Holzheimer: Leben im heute
|
Ausgabe 5 (April 2006)
Borderline und der Umgang mit der Diagnose
weitere Themen:
- Borderline Infotag München
- Interview mit Anita Petzenka
- My Story: "Nur ein halbes Leben."
|
Beim Netzwerktreffen des Dachverband Dialektisch Behaviorale Therapie e.V. 2005 in Berlin machte die Redaktion des GRENZPOSTen mit einem Stand auf die Zeitung aufmerksam und gewann den mit 500 Euro dotierten Preis für das innovativste Projekt. Tina Schenkel erzählt selbst:
Genau eine Woche ist es nun her, seit sich mit dem DBT- Netzwerktreffen 2005 des DDBT alles für uns veränderte.
Wir, das ist das Redaktionsteam des GRENZPOSTens- einer Borderline- Selbsthilfe- Zeitung, in der Betroffene und Angehörige über das Leben mit einer Borderline- Persönlichkeitsstörung schreiben.
Wir haben dieses Projekt Ende 2004 gegründet, es sollte ursprünglich eine Art Zeitung für die Borderline- Community (einem Internetforum) sein, um ein bisschen Geld rein zu bekommen. Doch schon seit der ersten Ausgabe mit dem Thema: Borderline und der Sinn des Lebens, die im Dezember 2004 erschien, wuchs das Baby aus seinen Kinderschuhen heraus. Der Ansturm auf die Zeitung ging sofort los, einige Kliniken sagten sofort, dass sie die Zeitung gern in ihrer Klinik auslegen würden, viele Therapeuten und Ärzte bestellten die Zeitung. Höhepunkt war ein Zeitungsartikel über uns, sowie ein Radiointerview.
Unsere Zeitung erscheint vierteljährlich, so dass im März 2005 die zweite Ausgabe mit dem Titelthema: Borderline und Abgrenzung folgte. Wir dachten schon, es geht nicht mehr zu toppen, doch mehr Menschen als zuvor bestellten den GRENZPOSTen. Und dann kam das Netzwerktreffen in Berlin. Freundlicherweise wurde uns durch die Organisatoren ein ermäßigter Teilnehmerpreis genehmigt, so dass wir zu zweit an dem Treffen teilnehmen konnten.
Der erste Tag war sehr aufregend für uns. Herr Lammers, Herr Stiglmayr., Herr Bohus,…das waren bis dato für uns alles Namen, die wir entweder aus der Zeitung oder von Buchtiteln kannten, und nun standen wir ihnen direkt gegenüber. Die Begrüßung war auf Anhieb herzlich, die Atmosphäre völlig entspannt und gelöst! Für uns, als Betroffene, war es das erste Mal, dass wir Therapeuten nicht als Patientinnen gegenüberstanden, und was anfangs ein komisches Gefühl in der Magengegend hervorrief, war dann einfach nur schön.
Die workshops, die über das gesamte Wochenende angeboten wurden, waren sehr interessant, und der Mix aus Vortrag und Diskussion gestaltete das Programm lebendig und ansprechend.
Am Freitagnachmittag fand dann der große Basar statt, auf dem sich Projekte rund um das Thema Borderline vorstellen konnten. Die Organisation sorgte dafür, dass Tische vor Ort waren, um Flyer und Plakate auslegen zu können, die wir eigens für diesen Basar hatten drucken lassen, denn vorher besaßen wir so etwas gar nicht! Unsere Intervention auf dem Netzwerktreffen stand im Vorhinein unter keinem guten Stern, wir mussten sehr kurzfristig nachdrucken lassen, weil die erste Auflage bereits vergriffen war, doch alles haute bis zur letzten Sekunde nicht hin, so dass wir letztlich auf dem Basar nur mit jeweils zwei Zeitungen pro Ausgabe erscheinen mussten, und alternativ zum Zeitungsverkauf Bestellzettel an den Mann und an die Frau brachten. Aber die Besucher des Basars nahmen uns das keine Sekunde lang übel, auch wenn wir immer wieder darauf achten mussten, dass nicht der ein oder andere gedankenverloren sich eine unserer Zeitungen einsteckte. Wir hatten kaum unseren Tisch fertig aufgebaut, als auch schon die ersten Interessenten eintrudelten, und sich über unser, sowie über die anderen Projekt informierten. Ehrlichweise müssen wir gestehen, dass es uns nicht gelungen ist, die anderen Projekte anzusehen, mit den Mitarbeitern dieser Organisationen zu sprechen, denn wir waren von Anfang bis Ende belagert, was keinesfalls stressig, sondern einfach nur toll war. So viele nette Menschen kamen mit uns ins Gespräch, warfen einen Blick in die Zeitungen, fragten, ließen sich erklären, und gaben so viel Lob, dass wir am Ende des Basars zwar ausgelaugt und k.o., aber wahnsinnig motiviert und glücklich waren. Wir haben diese Zeitung von Anfang an mit Herz gemacht, es steckt sehr viel Arbeit darin, aber wenn die Zeitung vor einem liegt, und wenn man merkt, der GRENZPOSTen spricht an, hilft eventuell sogar, gibt Mut und strahlt Lebensfreude aus, dann ist es das schönste Gefühl der Welt. Und diese ganzen Rückmeldungen auf dem Treffen zu bekommen, persönlich mit den Leuten sprechen zu können, das war das erste Mal, dass uns Menschen die Hände schüttelten und uns Mut zusprachen, weiterzumachen, das Projekt voranzutreiben. Wir haben auch viel Lob virtuell kassiert, gar keine Frage, aber das persönlich im Gespräch gesagt zu bekommen, ist noch etwas ganz anderes!
Erst auf dem Basar selbst realisierten wir dann so richtig, dass es auch einen Preis für das innovativste und spannendste Projekt geben würde, dotiert mit 500 Eur. Spaßhaft sagten wir dem einen oder anderen Interessierten, dass wir die Projektnummer 14 hätten, den Preis selbst hatten wir aber überhaupt nicht im Visier, eben auch, weil wir keinerlei Zeit hatten, die anderen Projekte anzuschauen.
Und dann war da abends das Netzwerkfest, auf dem wir einfach nur mit Leuten ins Gespräch kommen und feiern wollten…und dann mit 500 Eur nach Hause gingen! Dr. Bohus läutete die Preisverleihung nach einem hervorragenden Essen ein, indem er den dritten, sowie den zweiten Platz verlas (Wasserprojekt; Film von ANAD pathways). Uns gegenüber am Tisch saß eine Österreicherin, die uns kurz vor der Verkündung des 1. Platzes nach unserer Projektnummer fragte. Wir hatten die 14 den ganzen Tag mit uns herumgetragen, nun klebte sie an Tines Bauch. Und dann fiel der Satz, der- ungelogen- unser Leben verändern sollte: „Gewonnen hat das Projekt mit der Nummer….14…! Wir konnten unseren Ohren nicht trauen, hatte Herr Bohus da wirklich gerade die 14 genannt? Ja, tatsächlich, ab auf die Bühne! So richtig realisiert haben wir das in dem Moment wohl nicht, was da gerade passierte. Wir hatten tatsächlich einen Publikumspreis gewonnen, und so war es mir auch wahnsinnig wichtig, den Leuten, die uns gewählt hatten, in meiner Rede zu danken, und ihnen zu sagen, dass wir so etwas niemals erwartet hätten! Den gesamten Abend über starrten wir immer wieder auf die Urkunde, den Prosecco, unsere Nummer 14, ehe wir todmüde, aber rundum glücklich ins Bett fielen. Auf dem Fest herrschte ausgelassene Stimmung. Es gab ein tolles Programm des Comedians Dr. Eckart von Hirschhausen, der wirklich brilliant und souverän seine Show darbot (www.hirschhausen.com wird wohl jedem der Anwesenden im Gedächtnis bleiben). Anschließend wurde bis spät in die Nacht gefeiert, bevor es am nächsten Tag mit dem Programm weiter ging. Zur Abrundung des Netzwerktreffens gab es einen Vortrag von Christiane Tilly und Anja Link über peer- coaching, der wahnsinnig interessant war. Danach sprach Dr. Bohus einige bewegende Worte, es wurde den Veranstaltern, Organisatoren, Hilfskräften und allen am Netzwerktreffen beteiligten Personen gedankt! Und bevor dann alle auseinandergingen, gab es eine Übung aus dem Modul „innere Achtsamkeit“. Jeder der Anwesenden sollte die Augen schließen, in sich gehen, und an das denken, was ihm/ ihr an diesem Wochenende am wichtigsten gewesen ist. Dieser Moment war sehr bewegend, alles war still, man hätte den kleinsten Windhauch gehört und gespürt. Es war die Konzentration auf das Wesentliche, und schürte eine Stimmung des Wir- Gefühls, der Zusammengehörigkeit. Es war für uns der Moment, in dem uns klar wurde, dass der Preis zwar sehr erstrebenswert und wichtig ist, aber dass es viel wichtiger ist, natürlich, echt und lebendig zu bleiben. Unsere Zeitung, und auch dieses Treffen, leben von Enthusiasmus, von Optimismus, dass es Chancen auf Heilung gibt. Jeder von uns, ob Borderliner oder nicht, fällt in seinem Leben immer und immer wieder auf die Nase, es gibt Rückschläge, Schicksalsschläge, furchtbare Begegnungen und Gegebenheiten, aber nichts kann einen umhauen, wenn man dies nicht zulässt, und mit diesem Gefühl gestalten wir die Zeitung, mit diesem Gefühl verließen wir das Netzwerktreffen!
Ich möchte nochmals im Namen der gesamten Redaktion den Veranstaltern und Organisatoren des DBT- Netzwerktreffens 2005 in Berlin danken. Es wurde großartiges geleistet, und ich denke alle Teilnehmer wissen das zu schätzen. Ich danke auch nochmals den Leuten, die uns so viel feedback gaben und geben, die Projekten wie unserem offen gegenüberstehen, und uns als Menschen und nicht nur als Borderliner sehen.
Danke auch an das gesamte Team des DDBT, dass ein solche jährliches Treffen geplant und organisiert wurde und wird, und ein Preis wie dieser ausgeschrieben werden kann. Die 500 Eur werden wir vor allem als Rücklage nutzen, sowie für den Druck der 3. Ausgabe.
Mit frischem Mut und viel Selbstbewusstsein gehen wir nun alle weiter unserer Arbeit nach, die so viel mehr als das ist! Und das war so sehr spürbar in Berlin.
Im Namen des Redaktionsteams des GRENZPOSTen
Tina Schenkel
Das ist die Urkunde für die überraschten Gewinner:
Das Foto zeigt die Redaktion des GRENZPOSTen beim Netzwerkfest in Berlin:
Zu den zahlreichen Abonementen gehören auch mehrere Kliniken, die den GRENZPOSTen für ihre PatientInnen bereit halten. In Kürze findest du hier eine Auflistung dieser Kliniken. Wir begrüßen es sehr, wenn Kliniken ihren Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung diese Selbsthilfe-Zeitung zum lesen zur Verfügung stellen.
*Die Zitate und Angaben über die einzelnen Reaktionsmitglieder haben wir der Homepage des GRENZPOSTen entnommen. Die Portraits haben wir ebenso von der Homepage, das Foto vom Netzwerkfest und von der Urkunde haben wir von Tina erhalten.
Der Grenzposten ist jetzt ein Verein und wir sind dabei! GRENZPOSTen e.V.
|
|