In diesem Bereich wollen wir informieren über die seelischen und körperlichen Folgen der Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen. Über die körperlichen Folgen gibt es einige Informationen, aber über die seelischen bzw. möglicherweise traumatischen Folgen weniger. Wir wollen damit auch anregen zu Erforschung der psychischen Folgen zum Besipiel möglicherweise entstehender dissoziativer oder posttraumatischer Störungen. Wir haben lange mit uns gerungen mit diesem Bereich zu beginnen, denn grundsätzlich respektieren wir Traditionen fremder Kulturen, aber was wir keinesfalls gutheißen wollen ist, wenn Millionen von Mädchen und Frauen unter Umständen ihr Leben lang Qualen leiden müssen. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß die weibliche Genitalverstümmelung schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen, Schmerzen und Gefahren verursachen kann. Abgesehen davon ist die Beschneidung nicht nur ein körperlicher Einschnitt, sondern auch ein ireversibler Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen.

Die Genitalverstümmelung strafrechtlich entschieden zu verfolgen ist kein Rassismus, sondern das Verwirklichen des Menschenrechts auf körperliche und seelische Unversehrtheit von tausenden Mädchen und Frauen. Niemand auf der Welt hat das Recht, einem oder gar vielen Menschen, egal welcher Herkunft eines oder mehrere Teile seines Körpers auf bestialische oder sonstwiegeartete Weise abzuschneiden, damit dieser Mensch sich nicht in seiner Sexualität frei und natürlich entwickeln oder leben kann! Das gilt für Europa und das gilt für alle Teile der Welt! Menschenrechte gelten überall, ohne Ansehen der Person oder der Herkunft.

In der nächsten Zeit wollen wir genaue Informationen zu körperlichen Folgeschäden und Risiken anbieten sowie Literatur nach Hinweisen auf eine mögliche Traumatisierung und möglicherweise entstehenden dissoziativen oder posttraumatischen Störungen untersuchen. Desweiteren werden wir über unseren Partner Amazon entsprechende Literatur hier anbieten. Auch eine möglichst umfangreiche Link-Liste wird bald zu finden sein. Da viele Migrantinnen auch ihre Kinder beschneiden lassen, ist dies auch ein Thema für die Psychotraumatologie zum Beispiel in Europa. Dabei geht es grundsätzlich um zwei Ansätze: einer weiteren Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen entgegenzuwirken und um die Behandlung der betroffenen Mädchen und Frauen in den verschiedenen Ländern, wo sie leben.

Wir sind zur Zeit sehr dankbar über vielfältiges Material zum Thema. Im Impressum steht unsere Adresse. Wir sind auch gerne bereit wissenschaftliche Beiträge von Fachleuten (z.B. Medizin, Psychologie, Sozialarbeit u.a.) zum Thema FGM bei uns zu veröffentlichen. Auch verlinken wir gerne bereits im Internet veröffentlichte Artikel, um sie hier zu sammeln und so einen größeren Bekanntheitsgrad der Folgen der FGM zu ermöglichen. Und wir würden es sehr begrüßen, wenn möglichst viele das Manifest der UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie auf der Homepage ihrer Organisation unterzeichnen, denn sie engagiert sich innerhalb von Europa entschlossen gegen die FGM und das wollen wir gerne unterstützen, indem wir auf ihr Manifest hinweisen. Darüberhinaus möchten wir hier einen Ort bieten, wo sich Fachleute verschiedener Fachrichtungen wie z.B. Medizin (z.B. Gynäkologie, Chirurgie, Psychiatrie und Psychotherapie u.a.), Sozialarbeit, Jura sowie Lehramt aus verschiedenen Ländern hier treffen und austauschen. Besonders würde es uns freuen, wenn sich Mitglieder der ISSD hier einfinden und sich neben z.B. dem sexuellem Mißbrauch als mögliche Ursache für dissoziative Störungen auch mit der Female Genital Mutilation (FGM) befassen. Die ISSD ist die internationale Gesellschaft zur Erforschung von dissoziativen Störungen.

Wir sind bei unseren Recherchen auch auf der Homepage der Universitätskliniken Hamburg auf die Diplomarbeit der Psychologin Alice Behrendt aufmerksam geworden. Zu Alice Behrendt selbst konnten wir inzwischen auch Kontakt aufnehmen. Sie hat im Senegal Betroffene auf Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung untersucht. Wir haben die Arbeit von Alice Behrendt erhalten und werden sie selbstverständlich in unsere Untersuchung mit einbeziehen.

Wir haben auch begonnen, deutsche Polizeibehörden zu befragen, ob es bei ihnen bislang bereits Ermittlungsverfahren wegen Female Genital Mutilation gab und welches Kommissariat im Falle einer Ermittlung zuständig wäre. Wir werden die Antworten hier veröffentlichen. Wir möchten damit einerseits feststellen, ob und wieweit die Female Genital Mutilation für Polizeibehörden hierzulande ein Thema ist und auch deutlich machen, daß die Genitalverstümmelung eine Menschenrechtsverletzung ist, die strafbar ist und entsprechend bei Bekanntwerden strafrechtlich verfolgt wird. Darüberhinaus ist es wichtig darauf hinzuweisen, daß gefährdete Mädchen und Frauen ein Recht auf Schutz vor der Female Genital Mutilation haben.

Was unternimmt die Politik in Deutschland und in der Europäischen Union ? Wir haben verschiedene Stellen angeschrieben und hoffen auf baldige Antworten, die wir hier online stellen wollen. Es ist wichtig, daß sich nicht nur Organisationen für die betroffenen Mädchen und Frauen einsetzen, sondern daß entsprechende Gesetze bestehen, die dann auch umgesetzt werden. Weiter braucht es Hilfen für die Betroffenen. Da wir seit 1989 in der SPD sind, haben wir auch auf Bundesebene und bei der europäischen SPD angefragt.

Wir wollen stellvertretend für alle anderen die Arbeit einer Auswahl von Organisationen im Kampf gegen die Genitalverstümmelung vorstellen. Einen besonderen Schwerpunkt erhlten dabei TERRE DES FEMMES, da wir bei TDF Mitfrau sind und Unicef, weil wir Fördermitglied von Unicef sind. Wir haben bei unseren Recherchen bei einer Veranstaltung der Unicef-Hochschulgruppe Köln am 10. Dezember 2004 die Schauspielerin Katja Riemann kennengelernt. Sie ist im Einsatz gegen die Female Genital Mutilation Botschafterin für Unicef. Unicef unterstützt das senegalesische Projekt Tostan. Dort wo sehr viele Menschen und besonders Frauen Analphabeten sind, erhalten Frauen die Möglichkeit lesen und schreiben zu lernen und sie lernen Grundregeln der Hygiene und werden über die Folgen der Genitalverstümmelung aufgeklärt.












Bild

Bild

Bild

Bild

Bild









Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 29.03.2006

www.blumenwiesen.org