Ich habe einerseits aufgrund eigener Erfahrungen einen ganz persönlichen Bezug zur Gewaltlosigkeit. Aber die Hinwendung dazu zieht sich auch durch mein ganzes Leben.

Da ich mich und nicht alle sich bei uns mit Ahimsa beschäftigen und Gewaltlosigkeit in diesem Sinne praktizieren, schreibe ich hier nur für mich. Aber keine Sorge, unser Nudelholz wird nur zum Backen verwendet...

Nun, ich bin nicht so optimistisch, daß ich durch mein gewaltloses Handeln andere Menschen dazu bewegen kann, ebenso zu handeeln. Wir haben von 1994 bis 1997 Gewalt durch organisierte Kriminalität erlebt und überlebt. Für mich bedeutet Ahimsa im Wesentlichen auch, achtsam mit meinen Gefühlen und insbesondere auch meiner Wut umzugehen. Die erlebte Gewalt zog sehr viel Wut und auch Haßgefühle nach sich. Es ist allein in meiner Verantwortung, wie ich mit diesen Gefühlen umgehe, wie ich anderen Menschen begegnen. Das bedeutet immer wieder, meinen Gefühlen ins Gesicht zu sehen, sie in der Situation zu akzeptieren, aber nicht allein aus dem Gefühl heraus aggressiv zu handeln. Es gibt keine schlechten Gefühle, sondern angenehme und unangenehme Gefühle, die alle ihre Berechtigung haben.

Allerdings setze ich mich auch ganz konkret gegen Gewalt ein und zwar als Mitfrau von Terre des Femmes. Diese deutsche Menschenrechtsorganisation von und für Frauen engegiert sich gegen Zwangsaprostitution, Frauenhandel, häusliche Gewalt, Genitalverstümmelung (FGM) sowie 'saubere Kleidung', das heißt gegen Ausbeutung von Frauen in Arbeitsverhältnissen in Entwicklungsländern.

Über Yoga Vidya kam ich zu Ahimsa und zwar auch durch das Buch 'Göttliche Erkenntnis' von Swami Sivananda.
Durch eine Empfehlung von Luise Reddemann begann ich Bücher zur Achtsamkeit von Thich Nhat Hanh zu lesen. Thich Nhat Hanh ist ein bekannter buddhistischer Mönch und Zen-Meister. Er hat eine Vielzahl von Büchern herausgegeben, von denen ich durchweg begeistert bin.
Die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung nach Marsha Linehan beinhaltet u..a. Achtsamkeitsübungen, die auf der Praxis der Achtsamkeit nach Thich Nhat Hanh beruhen. Die DBT bietet auch ganz praktisch die Möglichkeit, einen achtsamen Umgang mit den eigenen Gefühlen zu lernen. Ich bin keinesfalls ein Freund von Hungerstreiks, wie Mahatma Gandhi dies praktizierte, sondern vielmehr von praktischen und lebensnahen Skills. Das ist nichts Abgehobenes, das jeder Mensch lernen kann. Natürlich ist die DBT eine Therapie, und zwar wie gesagt für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Viele Betroffene dieser Persönlichkeitsstörung wurden in ihrem Leben anhaltend traumatisiert. Sie leiden oft neben anderen Symptomen unter selbstverletzendem Verhalten oder möglicherweise auch unter heftiger und unkontrollierbarer Wut. Ich selbst habe eine Dissoziative Identitätsstörung und ziehe ebenso Nutzen aus den verschiedenen Skills aus der DBT.



Ahimsa - Gewaltlosigkeit



Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 27.03.2007

www.blumenwiesen.org